Hm, also ich lese das Buch derzeit auch. Das Szenario ist ja top. Aber mal im Ernst: Ich hab selten so ein schlecht geschriebenes Buch gesehen. Und ich hab schon vieles gelesen. Hier ein paar Beispiele:
- Plumpe Dialoge zwischen den Protagonisten. Die Dialoge hätten genauso gut zu einer Gang in der Bronx passen können. Von Nasa-Direktoren, Wissenschaftlern etc. sollte man einen gepflegteren Stil und Umgang erwarten.
- Die einzelnen Personen werden kaum vorgestellt, man hat keinerlei Angaben über ungefähres Alter, Aussehen, Vorgeschichte etc. Das macht es schwierig sich das ganze Bildlich vorzustellen und sich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen.
Auch bei Mark Whatney sind die Informatione extrem dürftig. Man weiß lediglich dass er Biologe ist und aus Chicago stammt. Mehr nicht.
- Schön und gut wenn Mark Whatney ein gutgelaunter und optimistischer Zeitgenosse ist, aber niemand, selbst der größte Optimist, würde vollkommen allein 1,5 Jahre auf dem Mars leben können ohne irgendwann mal einen psychischen Tiefpunkt erleiden zu müssen. Davon ist im ganzen Buch aber keine Spur zu finden. Im Gegenteil: Er wirkt wie eine Mischung aus McGyver, Chuck Norris und Dr. Düsentrieb. Immer cool, immer eine Lösung parat. Zumindest hätten einige Probleme die ihn an den Rand der Verzweiflung gebracht hätten dem Buch sicherlich nicht geschadet.
- Im ersten Drittel des Buches ist alles quasi nur eine Aufzählung: Gestern hab ich dies gemacht und mir eine komplette Mahlzeit verdient, heute hab ich jenes gemacht und genehmige mir nur eine 3/4 Mahlzeit und morgen mache ich das...
- Sehr viele Wiederholungen von Textpassagen: Es wird bspw. etwas beschrieben und 2 Seiten weiter steht dann: "erinnern sie sich daran als ich dies und jenes gemacht habe?" und dann wird teilweise die hälfte nochmal erzählt über eine viertel Seite. Sowas kann man ja gerne mal machen wenn das Ereignis schon 100 Seiten zurückliegt, aber nicht wenn es auf der vorletzten Seite war.
- Es fehlt ein Index für Abkürzungen und Begriffserklärungen. Für mich persönlich sind die Begrifffe soweit klar aber ein Alie hätte durchaus Probleme. Allein schon was ein Sol ist würde einen Laien zum Grübeln veranlassen.
- Mich hätte etwas die Vorgeschichte, also vor dem Sandsturm, interessiert. Dazu steht zwar auch etwas am Anfang aber dieser prolog ist extrem kurz zusammengefasst. Man weiß also kaum etwas über Schiff, Crew und Situation.
Hier könnte ich jetzt noch eine Weile fortfahren. Das ist jedenfalls das erste Buch wo ich inständig hoffe dass Hollywood die Geschichte noch etwas aufgepimpt hat, mehr Dramatik reingebracht hat etc. Und es ist somit das erste Buch wo ich mir sehr gut vorstellen kann dass der Film besser ist als das Buch. Eigentlich schade für das Buch denn die Thematik hätte durchaus Potential zu einer richtig guten Story gehabt. Leider wurde das durch den absolut schlechten Schreibstil komplett zunichte gemacht.
Ich hatte mir das Buch voller Vorfreude gekauft da ich quasi nur positives gehört habe. Und ich wähle meine Bücher eigentlich immer mit Bedacht aus. Aber unter hunderten gelesenen Büchern ( manche gut, manche weniger gut) ist dies das erste wo ich den Kauf bereue.