[h1]Kapitel 1: 1945-1959[/h1]
Nach dem Krieg 1945 wurden von den USA und den Sowjets viele A-4 Raketen in ihre Heimatländer gebracht. An Raumfahrt dachte damals noch niemand, sollten die Raketen doch erforscht und vorrangig für militärische Zwecke eingesetzt werden.
Beide Länder setzten als erstes erbeutete A-4 ein, welche nach und nach durch selbstentwickelte Raketen auf Basis der A-4 ersetzt wurden. Diese wurden durch das steigende Wissen der Ingenieure weiterentwickelt und in der Leistung gesteigert.
1946 begannen die USA ein umfangreiches Testprogramm. Ziel war es in erster Linie die Technik der A-4 zu verstehen, diese zu modifizieren und zu verbessern. Dazu standen insgesamt 46 Raketen zur Verfügung. Einige davon wurden mit einer zweiten amerikanischen Stufe auf Basis einer kleinen Höhenforschungsrakete modifiziert. Dadurch sollten größere Höhen erreicht werden. Diese Raketen wurden Bumper genannt.
Hauptauftraggeber dieser Testserie war das US-Militär denn man hatte das Potential erkannt, mithilfe von Raketentechnologie Sprengkörper weit hinter feindliche Linien transportieren zu können.
1946: Eine A-4 vor dem Start:
In Folge des Testprogramms wurde aber auch die wissenschaftliche Nutzung der Raketen immer bedeutsamer. Anfangs standen einfache Messungen der Erdatmosphäre um die Raketen zu optimieren. Diese wurden aber mit zunehmender Leistungsfähigkeit immer umfangreicher und führten letzendlich in eine Teilung des Forschungsprogramms in ein militärisches und ein ziviles Programm.
Aber beginnen wir von vorne:
Wir schreiben das jahr 1946. In White Sands wurde das erste Raketenstartgelände der USA errichtet. Insgesamt wurden 2 Starteinrichtungen gebaut, auf denen in den nächsten 2-3 Jahren die vorhandenen A-4 getestet werden sollen.
Am 03.06.1946 war es endlich soweit. Die erste Großrakte A-4 wurde von den USA aus gestartet. Leider versagte nach insgesamt 46 Sekunden in einer Höhe von 22 Kilometern die Steuerung und die Rakete wurde wegen eines Überschlags zerstört.
Nur 9 Tage später kam es zu einem weiteren Start. Bei diesem Flug wurde das Haupttriebwerk zu früh abgeschaltet aber es wurde eine Höhe von 46 Kilometern erreicht.
Am 23.11.1946 gelang dann mit Flug Nummer 5 der erste erfolgreiche Flug. Die A-4 erreichte dabei eine Höhe von 130 km.
Währenddessen begannen auch die Sowjets mit Raketenversuchen auf dem neu errichteten Versuchsgelände Kapustin Jar. Da den Sowjets deutlich weniger Raketen in die Hände fielen, wurde erste Konstruktionsbüros angewiesen die Rakete zu kopieren. Dabei wurde auch das Triebwerk der A-4 kopiert und leicht modifiziert. Man nannte es RD-100 und die gesamte Rakete bekam die Bezeichnung R-1. Insgesamt wurden 1946-1947 nur 3 Testflüge durchgeführt. Fotos dieser Starts sowie die Ergebnisse sind nicht bekannt.
In der Folge wurde aus der R-1 eine verlängerte und verbesserte Version entwickelt. Die R-2.
Mit der R-2 gelang den Sowjets am 05.02.1947 ihr offiziell erster Flug ins Weltall. Dabei wurde eine Gipfelhöhe von 330 km erreicht. Das russische Militär bestellte daraufhin mehrere hundert dieser Raketen um sie als Mittelstreckenrakete einzusetzen. Die Testflüge gingen indes weiter.
Am 12.04.1947 wurde von White Sands aus die erste Bumper gestartet. Entgegen aller Befürchtungen war der Erstflug ein voller Erfolg. Die Oberstufe trennte sich problemlos und erreichte nach Zündung des Triebwerks eine Höhe von 420 km.
Dabei wurde auch das erste Foto des Planeten aus dem All übermittelt: