Geschockt vom plötzlichen Start von Vostok beschleunigten die USA ihre Bestrebungen. Da die geplante Atlas-Rakete für den ersten orbitalen Flug noch nicht fertig ist , entschloss man sich dazu die ersten beiden Flüge mit einer Redstone durchzuführen. Damit sind zwar keine orbitalen Flüge möglich aber immerhin könnte man so relativ zeitnah einen bemannten Weltraumflug durchführen.
Die Erwartungen der amerikanischen Astronauten sollten aber erstmal enttäuscht werden da die NASA es vorzog mit Mercury-Redstone 1 und 2 jeweils einen Primaten ins All zu schießen.
2 Monate nach Vostok war es dann aber endlich soweit: der erste bemannte amerikanische Raumflug konnte gestartet werden, Mercury-Redstone 3 mit Alan Shekard an Bord.
Nur 3 Wochen später wurde mit Mercury-Redstone 4 ein weiterer suborbitaler Flug durchgeführt.
Anschließend war die Atlas-Rakete soweit um erste Testflüge durchzuführen.
Mit Mercury-Atlas 45 wurde daraufhin das gesamte System Atlas + Mercury unbemannt getestet und mit Mercury-Atlas 5 wurde dann der Primate Kenos erfolgreich in eine Umlaufbahn und zurück nach Kerbin gebracht. Damit war die tauglichkeit bewiesen und es wurde mit den Vorbereitungen zu Mercury-Atlas 6 begonnen. Als Astronaut wurde John Klenn vorgestellt.
Wenige Tage vor dem Start veröffentlichten die Sowjets den erfolgreichen Start von Vostok 2. Die Sowjets hatten also bereits den zweiten bemannten Raumflug gestartet und dieser war mit 9 Stunden fast 3x so lang wie bei Vostok 1.
Am 06.101.1960 war es dann endlich soweit: Scott Klenn startete als erster Amerikaner in einen Orbit.
Ein Foto von Scott Klenn durch das Fenster der Kapsel:
Nach 5 Umrundungen wurde dann der Wiedereintritt eingeleitet und anschließend die Retrobooster abgetrennt:
Anschließend wasserte die Kapsel nur etwa 30km vom geplanten Landeort entfernt im Ozean. Der Flug war somit ein voller Erfolg.
Bei einer anschließenden Ansprache versprach Präsident Kennedy dass man bis zum Ende des Jahrzehnts die Sowjets übertrumpfen und einen Kerbal zum Mun und zurück bringen werde.
Die NASA war von dieser Aussage völlig überrascht worden, immerhin hatte man es gerade mal geschafft 3 Weltraumflüge, davon nur einer orbital, durchzuführen. Aber nachdem per Eilverfahren das Budget der NASA drastisch erhäht wurde, man hatte immerhin einen Ruf zu verlieren, begann die NASA mit den Vorbereitungen.
Das Mercury Programm sollte bis 1961 noch 3 weitere Flüge beinhalten: Mercury Atlas 7-9.
Die Sowjets schafften bis Ende 1960 noch einen dritten Flug, Vostok 3 und stellten das Vostok-Programm ein. Jedoch wurde die Vostok-Kapsel weiterentwickelt zum Woschod-Raumschiff. Dieses bot bei gleicher Größe Platz für bis zu 3 Kosmonauten.