Hilfe! Meine Raketen haben einen Linsdrall

  • Hallo, bin neu auf diesem Forum. Ich bin zwar kein Neuling was Kerbal oder Raumfahrt anbelangt, schon gar nicht Simulationen.

    Bei den grösseren Raketen(ab 460Tonnen mit Asparagus) die ich "entwerfe", habe ich festgestellt dass diese immer nach Links neigen, ab ca 5km. (ich nehm an wegen dem dynamischen Druck)

    Ich achte peinlichst auf Symmetrie, Aerodynamik,Schub, ASAS,RCS. Trotzdem fangen diese ab 5 km immer mehr nach Links(270°) zu neigen, werden dann praktisch unsteuerbar.(auch Mechjeb hilft nichts)


    Habe schon verschiedene Konfigurationen getestet, 4 / 5 Triebwerke 4 oder 6 Aussentanks, mehr oder weniger Steuerflächen, mehr/weniger RCS, mehr ASAS.
    Nützt alles nichts. Könnt ihr mir da einen Tipp geben? :supersad:

  • Hallo, hab ich auch, aber einer bestimmten Größe > 400 Tonnen, wirds ein bisschen wackelig, egal wie ausgewogen die Rakete ist, ich hab's aufgegeben den Start dann noch manuell zu machen und bin auf Mechjeb umgestiegen um die Startsequenz vom Autopiloten fliegen zu lassen. Kein Mensch steuert ein 500 Tonnen Geschoss noch manuell und ein Kerbman ist sowieso überfordert :D


    Was manchmal hilft um den Flug zu stabilisieren sind Winglets, für wirklich große Geschosse müssen da aber schnell mal 12 verbaut werden damit man was merkt, und natürlich Strukturelemente, Strukturelmente, Strukturelemente. Trotzdem bleibts dabei, ab einer bestimmten Größe kippt die Flugbahn. Ich hab gemerkt, daß es mit dem Schwerpunkt zu tun hat und es bei optimalem Schwerpunkt nicht mehr so schlimm ist, aber ganz weg hab ich's nie bekommen. Das soll jetzt mal schön der Autopilot durchs Gimbal ausgleichen, das ist in der Realität auch nicht anders.

  • Vielen Dank für die Antwort, dachte schon nur mir passiert sowas. Ist das ein Bug?


    Nur krieg ich den Aufstieg mit Mechjeb nicht hin. Er sagt immer awaiting liftoff obwohl ich schon gestartet bin. :wacko:
    Ja habe schon versucht mehr Winglets hinzumachen aber nicht soviele wie du schreibst. Meinst du auch mehr RCS machen Sinn? Problem dann muss man mehr Monop mitnehmen was die Masse zusätzlich erhöht.

  • RCS brauchst Du für den Aufstieg gar nicht. Schalts ab, wenn Du an den unteren Stufen welches hast, montiers ab, verschwendet nur Gewicht. Ich hab irgendwo Tips gelesen, daß RCS beim Aufstieg hilft, aber ich komm sowohl mit leichten als auch echten Schwergewichten ohne RCS besser hoch. Selbst Winglets verbau ich erst >400 Tonnen Startmasse. Aber die bringen wirklich nur was wenn man 8 oder mehr verbaut. Ich nehm die Deluxedinger. Der Mechjeb schafft aber bei guter Konstruktion bis 450 Tonnen rein über Gimbal.


    Welche Version von Mechjeb nutzt Du? Ich habe glaube 19.6, damit klappts auf jeden Fall. Erst den Startautopilot konfigurieren so wie Du's haben willst, dann Engage drücken, Schub auf Maximum!!! (musst Du manuell machen!!!!) und Space drücken und das Dingt rockt!


    Eine gute Ausgangsbasis für einen Träger der sehr stabil fliegt ist (von oben nach unten)


    1x Jumbo+Mainsail
    1x Jumbo+Mainsail + 4x3 32er Tanks +4 Mainsails 2x2 kaskadiert.


    Ordentlich verschraubt und Verstrebungen rein, die Aussentanks mit je 4 Seperatorboostern wegsprngen und das Ding zerrt Dir 70 Tonnen in ein 400 km Orbit. Ausserdem ist die sehr einfach gebaut und bietet viel Platz für Booster, Zusatztanks und Erweiterungen. Das ist mein Standardträger. Bei 8 km 40 Grad Gravityturn ist sie am effektivsten.

    Einmal editiert, zuletzt von Schnatta ()

  • Kein Mensch steuert ein 500 Tonnen Geschoss noch manuell und ein Kerbman ist sowieso überfordert



    Ich weiß nicht ob das ironisch gemeint wahr, aber selbst für eine 1.500 t Rakete benötige ich weder Winglets noch MechJeb für den Aufstieg...? Ich hatte zwar so ein Problem mit Linksdrall o.ä. auch schon des Öfteren, aber festgestellt das es meistens am Erbauer liegt und nicht unbedingt an den Teilen ;) Ich vermute mal einen zu hohen Schwerpunkt und nicht optimal platzierte Booster, wodurch die Rakete mit sinkendem Gewicht dann das Gleichgewicht verliert. Bei mir hat da immer nur der Umbau geholfen. Im Anhang seht ihr mal die 1.500 t Rakete - das Teil fliegt fast von selbst in einen Orbit.


    Techdefined : Ein Bild deiner Rakete wäre nicht verkehrt.

  • Zitat

    Ich weiß nicht ob das ironisch gemeint wahr


    Es war im Bezug zur Realität gemeint, die Startsequenz ist immer automatisch, Niemand schafft es bzw. geht das Risiko ein einen Start manuell zu machen. Im Spiel kriegt man natürlich alles manuell hoch, mir ist es nur irgendwann zu anstrengend, das Ergebnisorbit zu ungenau und vor allem verliert man jede Menge Sprit für evntl. Korrekturen.


    Bisschen krankes Konstrukt was Du da hast :D


    Sind die äusseren Stufen alle kaskadiert?

  • Ok, verstehe :)


    Es ist schon eine relativ fette Konstruktion, Danke ;) Größer geht natürlich immer, aber das ruckelt mir dann zu sehr. Mit dem Teil kommt man locker nach Jool und vielleicht sogar wieder zurück (nie getestet).


    Zum Aufbau: Jeweils 4 Tanks von Außen, laufen in 3 der 6 Tanks in der Mitte, diese 3 laufen i.d. anderen 3 und diese in den Kern. Oder 3x4 > 3 > 3 > 1

  • Ja, größer geht immer, das bietet sich in dem Spiel natürlich an, kostet ja alles (noch?) nichts. Und es macht unheimlich Spaß ungewöhnliche Konstrukte zusammenzuschrauben. Das ist eines der Features die ich liebe. Ich hab dafür 2 Profile, eins für das "echte" Raumfahrtprogramm wo ich sehr realitätsnah spiele und vor allem möglichst effizient bleibe und optimale TWRs austüftele, da lohnen sich >500 Tonnen einfach nicht mehr und dann noch ein Profil bei dem ich nur Unsinn mache. Da hab ich auch extrem kranke Gefährte, die allerdings regelmässig in Trümmern enden :D


    Wie lang hast Du (mit Testflügen) für das Teil gebraucht? Bei so einer Kaskadierung braucht doch allein das Stufentuning Stunden.


    Was kommt'n von der "Maschine" in einem stabilen Kerbinorbit an?

  • Wie lang hast Du (mit Testflügen) für das Teil gebraucht? Bei so einer Kaskadierung braucht doch allein das Stufentuning Stunden.



    Willst du das wirklich wissen? Die Rakete, so wie sie da steht, baue ich dir in 10 min auf, kein Witz. Testflüge sind mittlerweile äußerst selten geworden, bei diesen Standard Raketen. Man kopiert ja alles nur und dadurch geht das sehr schnell. Wenn ich aber etwas ganz neues baue, brauche ich auch sehr viel Zeit. Mich nervt am meisten das ewige "verstrutten", durch die Erfahrung sieht man allerdings schon vieles im voraus und baut dann dementsprechend gut und schnell.


    Wie berechnest du deine Raketen bzw. den TWR? Ich mache einfach nur Schub/Masse/Gravitation.

  • Zitat

    Wie berechnest du deine Raketen bzw. den TWR? Ich mache einfach nur Schub/Masse/Gravitation.


    Ich rechne nicht, also nicht wörtlich, das hab ich mal versucht und Du fängst von vorne an, wenn Du ein neues Modul hochsicken willst, das ist mir zu aufwändig geworden. Ich nutz den Mechjeb und für den Rest Erfahrung. Nach ein paar Hundert Flügen bekommt man schnell den Bogen raus, das ist auch nicht anders wie bei Dir wenn Du solche großen Teile zusammenklickerst, irgendwann weiß man worauf man achten muss.


    Ich hab die Montagehalle aber oft stundenlang offen und feintune. Ich will ja nicht einfach nur 'ne Rakete bauen. Nötige Delta Vs kann man nachschlagen, dann werden noch 10% zur Sicherheit aufgeschlagen und so leicht wie möglich gebaut. Wenn das Missionsmodul, oder mehrere Missionsmodule stehen, und ich durch den Mechjeb das Gewicht kenne, bau ich noch den Träger dafür. Die Delta Vs die ein Modul bringt, spuckt der Mechjeb ja sofort aus, da braucht man nicht selber rechnen.


    Meine erste "große" Mission war eine Munlandung, analog zur Apollomission, da hab ich gemerkt, daß es wahnsinnig Spaß macht, wirklich alles in der Monatgehalle auszutüfteln und dann einzelne Testflüge zu machen, wie bei der NASA auch, also erst nur das CSM im Kerbinorbit, dann CSM und LM im Kerbinorbit, dann LM im Munorbit und erst bei der vierten Mission bin ich gelandet. Zwischendrin hab ich das Ding immer wieder umgebaut.


    Bei der finalen Munmission hatte ich am Ende noch 5% Sprit im Booster der mich zum Mun geschossen hat, nach der Landung und wieder andocken im Munorbit hatte ich noch 10% in der Landefähre und das Servicemodul hatte bei der Kerbinlandung noch 15% Sprit.


    Natürlich könnt ich klotzen und Riesenteile bauen, aber das macht mir keinen Spaß.


    Auf der Herstellerwiki ist ein Tutorial für die Apollomission. Vom Verfahren her war meine Mission exakt die gleiche, meine Rakete hat aber nur die Hälfte gewogen.

  • RCS brauchst Du für den Aufstieg gar nicht. Schalts ab, wenn Du an den unteren Stufen welches hast, montiers ab, verschwendet nur Gewicht.

    Ohne RCS ist die Steuerung der Rakete ab 5km gar nicht möglich, sie driftet dann von alleine nach Links. Bei kleinen Raketen hab ich kaum Probleme aber bei grösseren driftet es immer nach Links, dh ich kann nicht richtig ein Gravity Turn vollziehen. Werde heute Abend mal ein Bild posten.

  • Ich baue eigentlich fast genauso, für die Berechnungen beim Aufbau nehme ich auch MechJeb, fliege aber meistens dann selbst hinauf. Die genannte Formel nutze ich um den TWR bei anderen Planeten schon im VAB zu wissen, denn dort wird ja immer nur von Kerbin ausgegangen.


    Ich bin ja mal gespannt was du für eine Reise nach Jool unternimmst ^^

  • Zitat

    Ich bin ja mal gespannt was du für eine Reise nach Jool unternimmst ^^


    Das Projekt ist schon in Vorbereitung, ich hab zwar noch keine Ahnung, aber wenigstens eine Tankstelle im Orbit :D


    EIn Jumbo mit Atomic bringt es auf gut 13.000 DeltaV, da geht schon was. Aber ich muss erstmal alles aufaddieren, weil ich auch noch auf Laythe landen will und konstruiert muss das auch noch alles werden, da sind schon noch Dutzende Testflüge fällig. Ich war ja bis jetzt nur auf Mun und Minmus. Ne Sonde nach Jool, jo, aber das ist keine Kunst.


    Hey, ich kleister 10 Ionentriebwerke unter einen 3 Mann Pod und knall 10 Riesensolarmodule drauf. Dann noch 20 Stunden zünden und ich bin dort. :D

  • Duna und Laythe haben eine weniger dichte Atmosphäre wie Kerbin. Duna glaub ich nur ein Zehntel vom Kerbin-Atmosphärendruck. Ein Start ist daher wesentlich weniger schwierig wie auf Kerbin. Nur bei Eve wirds zum Problem, laut Hottstepper ist ein Start dort unmöglich (hat es wegen Iron-Kerman probiert).



    Zitat von GamerExpansion

    weil Duna hat glaub ich eine Atmosphäre die 4 mal so dicht wie von Kerbin ist


    Genau das war Eve...

  • Duna und 4x? Waaaas? "Dunas Atmosphäre beginnt bei etwa 41100 Metern Höhe und ist relativ dünn, sodass eine Fallschirmlandung nur mit wenig Gewicht oder vielen Fallschirmen möglich ist."
    Du meinst wohl Eve: "Sie ist wesentlich dicker als Kerbins, was eine Landung vereinfacht, einen Start jedoch deutlich erschwert [oder fast unmöglich macht]." ;)


    Edit: Andro war schneller :/

    Mein Battlelog-Account: Lizard771

  • Eve ist ja das Pendant zur Venus. Im Orbiter versagten dort alle Raketenantriebe weil der Druck dafür zu hoch ist und die so keinen Schub entwickeln, allerdings ist auf der Venus der atmosphärische Druck etwa 90 Bar, auf Eve gerade mal 5 Bar. Die Raketentriebwerke funktionieren dort und entwickeln Schub, aber wesentlich weniger und bei fast 2g Gravitation, kann man dort nichts starten. Zumindest nicht im Sinne von Raketenstarts. Ein Gleiter mit Raketenantrieb sollte gehen. Theoretisch :D

  • Zitat

    Ich bin ja mal gespannt was du für eine Reise nach Jool unternimmst ^^


    Also nach meinem ersten bemannten interplanetaren Testflug gestern Abend juckt mich das nicht mehr.


    Nachdem ich im Iron-Kerbmen geblättert habe und die gigantischen Rakten gesehen habe die da gezündet werden und das nur für einen Hinflug ohne Rückflugticket, hatte ich vor interplanetaren Flügen richtig gehend Angst und hab erst mal eine Station als Tankstelle errichtet und mich nicht getraut und wollte super komplexe Missionen bauen.


    Dann hab ich gesehen was ihr im Iron-Kerbmen für die Apollo Mission hoch schickt oder um einen lächerlichen Sputnik hochzukriegen. :D


    Also hab ich gestern meine eigenen Entwürfe gebaut ohne mich von Screenshots oder so beeinflussen lassen. Das Fazit gestern, ich kam mit 500 Tonnen Startgewicht ohne Tankstop nach Eve, bin zurück nach Kerbin und gelandet und hatte noch jede Menge Sprit übrig. Meine Konstruktion hat dabei noch ca. 15 Tonnen Nutlzlastreserve. Durch einen schlimmen Fehler in der Mission (versehentlich 3 Zusatztanks voll abgeworfen weil ich 2 mal Space gedrückt habe) und eine Bahn zu Eve direkt um die Sonne die zwar sehr schnell ist aber enorm Sprit verbraucht, hat es für das Eveorbit nicht gereicht. Aber mit ein bisschen Kopfrechnen kam ich auf 10.000 verschenkten Delta V und damit hätte ich Eve samt Orbit und Heimweg schaffen können, mit 30% Reserve.


    Also mir macht interplanetar jetzt keine Angst mehr. Ich hab bereits umkonstruiert und habe jetzt 20.000 Delta V im Kerbinorbit mit 430 Tonnen Startgewicht. Wofür braucht ihr solche Monster? ?(